„B.A.R.F. Biologisch Artgerechte Roh-Fütterung für Hunde und Katzen“

Ernähren Sie Ihr Tier – oder füttern Sie es bloss?                                   FF1

Ernährung für Hunde und Katzen

 Referat vom 14. Juni 2010

Referentin: Magdalena Kirchner,  F.A.R.O. Tierschutz e.V.

Das Referat gliedert sich hauptsächlich in drei Teile:

-         Handelsübliches Fertigfutter – was wir dazu wissen sollten

-         Alternativen dazu (B.A.R.F. = Biologisch Artgerechte Roh-Fütterung)

-         Allgemeines zur Hunde- und Katzenhaltung

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Teil I – Industrielles Hunde- und Katzenfutter

 Motto: Wer nichts weiss, muss alles glauben!

 „Eigentlich gibt es bei der Tierernährung gar nichts zu erforschen.Tiere wissen, was sie fressen müssen und was nicht. Löwe und Gazelle, Walfisch oder Schwalbe: Alle finden ihr Futter ohne professoralen Beistand. Und das schon sehr lange. Und ohne zu leiden.“

(Zitat Hans-Ulrich Grimm aus „Katzen würden Mäuse kaufen - Schwarzbuch Tierfutter“)

 Warum ist das in unserer Gesellschaft trotzdem anders?

Weil der Handel mit Tierfutter längst zu einer gigantischen Industrie geworden ist. 

Aber: Erst seit es Fertigfutter gibt, gibt es Probleme.

Woran liegt es, wenn die Tiere durch Fertigfutter krank werden?

Am selben Grund: Kommerz ist immer profitorientiert, und das bedeutet, je mehr Gewinn, desto besser. Wenn das auf Kosten der Qualität und somit der Gesundheit unserer Haustiere geht, sucht man vergeblich nach den Verantwortlichen, denn:

 „Nirgends ist der Filz so flächendeckend wie im Veterinärwesen. Keine andere wissenschaftliche Disziplin hat sich so in Abhängigkeit von den Konzernen begeben wie die Fressnapf-Fakultät. Wer fürs Kleintier und seine Ernährung forscht, denkt zu allermeist auch an Dritte. In keinem anderen Fach ist die Bindung an die Welt des Geldes so eng, in keinem anderen sind die wissenschaftlichen Aussagen so industriefromm wie hier.“

(Zitat Hans-Ulrich Grimm aus „Katzen würden Mäuse kaufen – Schwarzbuch Tierfutter“)

 

Zu Hans-Ulrich Grimm: Geboren im Allgäu, lebt in Stuttgart. Nach dem Studium (Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften) war er von 1989 bis 1996 Korrespondent des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, seither freier Autor(u.a. für Stern, GEO etc.)

Autor zahlreicher Bestseller, sein wichtigstes Werk Die Suppe lügt gilt mittlerweile als Klassiker der modernen Ernährungskritik. Sein Informationsdienst: „Dr. Watson Der Food-Detektiv“ (www.food-detektiv.de)

Schwarzbuch Tierfutter: Schockierende Fakten, haargenau recherchiert bis ins Detail:

Werbung und Wahrheit bei der Tierfutterproduktion – die Verlierer heissen Tier und Mensch (Rezension).

Sein Buch „Katzen würden Mäuse kaufen – Schwarzbuch Tierfutter“ sollte             FF2     Pflichtlektüre für alle Tierhalter sein.  Es wurde immer wieder versucht, seine Bücher zu zensieren und gar zu verbieten, zeitweise stand er auch unter Personenschutz. Soviel Aufmerksamkeit bedeutet ja wohl, dass er einiges ans Tageslicht gefördert hat, was den Futterproduzenten und ihren Handlangern äusserst unangenehm zu sein scheint. Nicht selten titelt er mit „Futtermittellobby“ und „Fleischmafia“, wir werden noch sehen warum.

 

Es geht hier nicht um die Verteufelung eines Industriezweiges, sondern um die Gesundheit und Lebensqualität unserer Haustiere. Dafür sind wir allein verantwortlich, und wenn wir richtig wählen wollen, müssen wir uns auch ein paar unangenehme Wahrheiten anschauen. Wir leben in einer Zeit, wo auffällig oft immer schlimmere Skandale platzen, sogar auf bisher unverdächtigen Gebieten, und das ist gut so.  

Man kann nicht glaubwürdig eine gesunde Ernährung für Tiere postulieren, ohne die Gründe dafür aufzuzeigen. Selbstverständlich wird nicht das ganze Referat diesem Thema gewidmet sein, aber ich glaube, es ist besser, die bittere Pille zuerst zu schlucken.

 

Fertigfutter kommt unserer modernen Lebensweise entgegen. Alles sollte möglichst schnell gehen, damit genug Zeit bleibt für das, was auch noch erledigt werden muss. Doch: „Wer keine Zeit hat, über Gesundheit nachzudenken, wird bald einmal viel Zeit bekommen, über Krankheiten nachzudenken.“ Zitat

Wenn wir es mit unserer eigenen Lebensqualität so halten wollen, kann uns keiner daran hindern. Wer es jedoch auch mit seinen Tieren so hält, vergisst dabei, dass sie vollständig auf uns angewiesen sind, weil sie durch die Domestikation abhängig geworden sind und nicht mehr selbst auswählen können.

 

Als Faustregel gilt:

Katzennahrung soll mindestens 80% Fleisch enthalten, Hundenahrung 50-70%. 

Ganz generell gilt: Was sich eine wildlebende Tierart an Nahrung besorgt, sollte auch das von ihr abgeleitete Haustier erhalten.

 Schauen wir uns so klassische Inhaltsangaben auf den meisten Fertigprodukten an:

Zusammensetzung:

-         Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. mind. 4% Huhn, mind. 14% ganze

-         Fleischstücke)

-         Fischnebenerzeugnisse

-         pflanzliche Nebenerzeugnisse

Inhaltsstoffe (%):

-         Rohprotein: 10

-         Rohfett: 5

-         Rohasche: 2

-         Rohfaser: 0.3

-         Feuchtigkeit: 82

Zusatzstoffe:

-         Zucker

-         Mineralstoffe

-         Vitamin E: 8mg /kg

-         Farbstoffe (EG Zusatzstoffe)

Mindesthaltbarkeitsdatum: gekauft Juni 2010, Ablauf April 2012 (also zwei Jahre).        

Möchten wir etwas essen, was zwei Jahre lang in einer Büchse gelagert war?

Es macht nicht viel Sinn, alle Punkte dieser Inhaltsangaben durchzugehen. Zum          FF3

einen sind sie oft unverständlich und unklar, zum anderen sind sie nicht vollständig. Weil vieles entweder nicht deklariert werden muss – oder nicht deklariert werden darf. Vom Gesetzgeber aus. Nur ein paar der wichtigsten Hinweise:

In der industriellen Massentierhaltung entsteht für die Nutztiere ungeheurer Dauerstress,  durch Ueberbelegung, stickige Luft, unnatürliche Fütterung und respektlose Behandlung. „Stress macht krank“ ist eine nur zu wahre Volksweisheit. Unter anderem wird das Immunsystem extrem geschwächt, wodurch sich Krankheiten ungehindert ausbreiten können. Was wiederum dazu führt, dass hochdosierte Antibiotika zugefüttert werden. Die essen wir dann beim Verzehr von tierischen Produkten munter mit, und kaum jemand weiss heute nichts über unsere zunehmende Immunisierung antibiotischen Medikamenten gegenüber.

Zudem werden in der Mast Unmengen von Hormonen verwendet, damit vor allem Schweine das Schlachtgewicht schneller erreichen und das Fleisch trotzdem schön mager bleibt. Zudem werden die meisten Nutztiere bereits artwidrig gefüttert, und aus Gründen der Futterakzeptanz und der Rohstofffärbung  muss schon da kräftig mit chemischen Substanzen wie Aroma- und Farbstoffen nachgeholfen werden.  

Für das Fertigfutter bedeutet dies, dass, selbst wenn die 60 oder 80% Fleisch enthalten wären, die Qualität bereits durch die Erzeugung äusserst fragwürdig geworden ist.

 

Was heisst nun „tierische Nebenerzeugnisse“?

Zusammengefasst alles, was wir auf keinen Fall essen würden. Es ist in etwa der Oberbegriff für illegale Abfallentsorgung, behördlich abgesegnet versteht sich. Das Meiste davon ist für die menschliche Ernährung verboten und wird daher um so fleissiger in die Tiernahrung gepackt.

Beispiel Kadaververwertung. Schon nur die Bezeichnung sagt aus, was mit verendeten oder auf irgend eine Art unnatürlich gestorbenen Tieren geschieht: Sie werden weiter verwertet, inklusive sämtlicher vorgängig verabreichter Medikamente und anderer pharmazeutischer Substanzen, bis hin zum Euthanasiemittel. Um herauszufinden, ob da auch die entsorgten Labortiere dabei sind, müsste man sich noch genauer in die Materie vertiefen, aber eigentlich braucht es nicht viel Fantasie. Schliesslich soll ja nichts vergeudet werden.

 

Tierkadaver werden am schnellsten und saubersten unbesehen als Ganzes zu Tiermehl vermahlen, darin hat auch Gammelfleisch problemlos Platz. Da man nach BSE kein Tiermehl mehr an Kühe verfüttern darf, bietet sich die Verwertung im Fertigfutter für Hunde und Katzen direkt als Geniestreich an. Im Zeitalter der Globalisierung, wo ein Rohstoff von der Gewinnung bis zum Verkauf im Fertigprodukt nicht selten wahre Weltreisen zurücklegt, muss sich keiner wundern, wenn der eingeschläferte Hund des Nachbarn auf geheimnis-vollen Wegen sich im hübschen Futternäpfchen seiner Katze wiederfindet. Ob sie das nicht riecht, das Näschen rümpft und sich angewidert abwendet? Sollte sie eigentlich, aber auch da ist vorgesorgt. Zu den Lockstoffen im Tierfutter kommen wir später noch.

 

Mind. 14% „ganze Fleischstücke“:

Versuchen wir mal, ein ganzes Stück rohes oder in der üblichen Zeit gegartes Fleisch mit der Gabel zu zerdrücken. Es wird sich weigern.

Die zarten, saftigen Fleischstückchen im Fertigfutter hingegen sind meist butterweich und zerfallen unter leichtem Druck der Gabel zu Brei.

Damit wären wir bei der „Analognahrung“, die gibt es neuerdings auch für                 FF4

Menschen und sie wird gerade heftig diskutiert, u.a. in TV-Sendungen. Es handelt sich dabei um Fleischreste, die gekocht, zu Brei zermatscht, mit pflanzlichen und tierischen Klebern vermischt und zu Blöcken gepresst werden, aus denen dann wiederum die gewünschte Form ausgeschnitten wird. Als Deklaration ein irreleitender Fachausdruck, den niemand wirklich interpretieren kann. Wie bei der Genmanipulation.

Vitamine und andere Vitalstoffe:

Bekanntlich wird Fertigfutter immer erhitzt, meist auf mindestens 100° Celsius, was der Temperatur von kochendem Wasser entspricht. Dass dabei die Vitalstoffe grösstenteils verlorengehen, ist auch bekannt.

Kein Problem, die kann man doch nachher wieder zufügen, und das wird auch im Uebermass getan. Dazu gibt es allerdings zu sagen, dass äusserst fraglich ist, was und wieviel an synthetischen Vitalstoffen der Körper verwerten kann und wie er schlussendlich darauf reagiert. Zudem sind die künstlichen Beigaben im Fertigfutter, vor allem die Vitamine, meist gefährlich überdosiert. Ein Zuviel an wasserlöslichen Vitaminen kann bis zu einem gewissen Grad vom Körper gefahrlos wieder ausgeschwemmt werden, fettlösliche nicht. Sowohl ein Mangel wie ein Ueberangebot an Vitalstoffen können zu schweren Erkrankungen führen, und wenn die entsprechenden Symptome zu Tage treten, ist es oft schon viel zu spät für Heilung, und der Leidensweg für Tier und Halter beginnt.

 

Z.B. bei den immer häufigeren Skelett-Erkrankungen der Hunde oder den Leber- und Nierenproblemen der Katzen (ca. 80% aller Hauskatzen sterben lange vor der Zeit an Leber- und Nierenversagen). Wenn man vom Tierarzt Blut nehmen lässt für eine Laboranalyse, kann der Befund lauten, dass unsere Katze „unauffällige Leber- und Nierenwerte“ habe, und wir gehen nach Hause mit dem erleichterten Seufzer „nochmals davongekommen!“.

Doch leider geht es so einfach nicht. Da jeder lebende Organismus einzig und allein aufs Ueberleben programmiert ist, verfügt der Körper über ungemein aktive Strategien zur Kompensation ungenügender Organfunktionen. Genau heisst das, dass z.B. die Entgiftungsorgane  einer Katze, also Leber und Nieren, so lange versuchen, die Funktionen mit dem noch nicht geschädigten Teil des Organs aufrecht zu erhalten, bis es zum Kollaps kommt. Dieser tritt im Allgemeinen erst dann ein, wenn ein Organ bereits zu 60% irreparabel geschädigt ist, und erst danach können im Labor „auffällige Werte“ gemessen werden. 

Ob das nun konventionelle Tierärzte nicht sagen oder schlicht nicht wissen, lässt sich nicht herausfinden. Ich habe es aus anderen Quellen erfahren. Damit wäre auch die Frage beantwortet, warum Hunde und Katzen, die jahrelang Kommerzfutter erhalten, von aussen gesehen völlig gesund und quicklebendig sein können. Es ist nur eine Frage der Zeit.

 

Rohprotein, Rohfett, Rohasche:    

Diese Angaben sagen nichts über die Verwertbarkeit des Futters aus. Wenn schon, müsste stehen verdauliches Rohprotein etc. Und Prozentzahlen verwirren höchstens – wir sind Tierhalter, keine Chemiker. So sagt „Rohasche“ z.B. aus, was noch an Rückständen in der Asche enthalten ist, wenn das ganze Futter verbrannt würde. Mineralstoffe meist. Nützt das dem Tierhalter etwas bei der Zusammenstellung eines gesunden Futters für sein Haustier? Wohl kaum. Mir ist übrigens kürzlich ein Artikel in die Hände gelaufen, wo stand, dass beim Verbrennen alter Schuhe und dergleichen dieselben Mineralien in der Asche gemessen wurden...

 Es macht auch keinen Sinn, nach zuviel oder zuwenig nicht vorgesehener                    FF5

Substanzen zu fragen. Der Körper ist eine Hochpräzisions-Wundermaschine, in jeder Sekunde laufen Billionen von feinst abgestimmten biochemischen Mikroprozessen ab. Werden nun Substanzen zugeführt, die in der natürlichen Ernährung nicht vorgesehen sind, kommt es automatisch zu Störungen in diesen Abläufen – mit unabsehbaren Folgen, die sämtliche Arten von Missbildungen, Ueber- und Unterfunktionen und Krankheiten auslösen können.

Das sind alles unglaublich komplizierte Zusammenhänge. Für uns reicht es, ein paar der wichtigsten zu kennen:

Der Körper besteht aus Zellen. Billionen und Billionen von Zellen, die sich unter geeigneten Bedingungen im richtigen Tempo am richtigen Ort teilen und auch wieder absterben. Dazu muss man wissen, dass Zellen nur zwei Modi kennen: Wachstum oder Schutz. Dazu gibt es einen interessanten Versuch in der Zellbiologie: Zellen aus demselben Körpergewebe wurden in zwei verschiedene Petrischalen gelegt. In die eine Schale gab man danach gesunde Nahrungssubstanzen, in die andere ungesunde, also Gift. Nach kurzer Zeit hatten sich die Zellen in der ersten Schale auf die Nährstoffe zubewegt, in der zweiten davon entfernt. Das heisst, die Zellen wissen, was ihnen guttut und verhalten sich entsprechend. Wenn sie bekommen, was sie brauchen, werden sie sich gesund teilen, das bedeutet Wachstum, wenn nicht, bedeutet das Stress, sie gehen  in den Schutzmodus und dort gibt es kein Wachstum mehr. Für den Körper bedeutet das, er wächst und gedeiht – oder aber er geht langsam aber sicher zugrunde. Mit allen Erscheinungsformen, die aus der Medizin bekannt sind (Experiment Bruce Lipton, Zellbiologe).

 Schon nur dadurch ist die fundamentale Bedeutung der Ernährung hinlänglich belegt. Interessanterweise hat mich aber noch kein einziger Tierarzt jemals gefragt, wie ich meine Tiere ernähre.... 

Seit der Abtrennung der Wissenschaft vom Geistigen ist das Bewusstsein, dass jeder lebende Organismus Teil der Natur ist, weitgehend verloren gegangen. Aber die Forschung forscht und forscht, mit freundlicher Unterstützung der Tierfutterlobby – hauptsächlich danach, wie sich die gesunden Instinkte von Mensch und Tier austricksen lassen.

 Nun zu weiteren nicht oder nur diffus deklarierten Inhaltsstoffen im Fertigfutter:

-         Getreide (Mais auch genmanipuliert)

-         Klärschlamm

-         Altöl, Altfett

-         Salzsäure

-         Glutamat (Appetitanreger)

-         Lockstoffe (u.a. Aromen, Zucker, Karamel, Süssstoffe)

-         Farbstoffe

-         Antioxydantien

-         Kleber

-         Emulgatoren

-         Agrargifte (z.B. Kunstdünger, Pestizide, Unkrautvertilger)

-         Dioxin

-         Weichmacher

-         E-Nummern etc. etc

 

Es ist gar nicht möglich, alles aufzuzählen.

Manches entsteht schlicht durch die heute übliche Massentierhaltung und die               FF6                 

Produktionsmethoden, ist ebenso in unserer Nahrung vorhanden und läuft unter „Schad-stoffbelastung“, manches wird bei der Tierfutterherstellung noch zusätzlich und mit Absicht untergemischt. Wie bedenklich oder unbedenklich es für die Gesundheit sein soll, brauchen wir uns eigentlich nicht vorbeten zu lassen, denn: Abfall bleibt Abfall und Gift bleibt Gift, und wie die Zellen darauf reagieren, wissen wir jetzt.

 

Jedoch noch zum Zucker (wird nur manchmal deklariert):

Zucker ist für Hunde und Katzen das Gift schlechthin. Ihr Körper ist nicht darauf eingestellt, ihn sinnvoll zu verwerten, er stört natürliche Abläufe. Die Rede ist nicht vom natürlichen Zuckergehalt in Früchten, sondern vom raffinierten Industriezucker, wie er auch in unserer Nahrung in einem bedenklichen Uebermass verwendet wird. Durch das Raffinieren werden ihm Inhaltsstoffe entzogen, die er sich beim Verdauungsprozess dann zurückholt (damit die Chemie stimmt!), und zwar aus Knochen, Zähnen, Haut, Haaren, Blut und Organen, wo immer er sie eben findet.

 

Zucker eignet sich ganz hervorragend zum Uebertölpeln der Geschmacksnerven, vor allem in karamelisierter Form. Damit wird wirksam die Ekelbremse ausgeschaltet.

Es ist auch aus der Humanforschung längst bekannt, dass Zucker massiven Einfluss aufs Gehirn hat, was u.a. zu Verhaltensstörungen führen kann (hyperaktive Kinder). Zum Glück gibt es noch kein Retalin für Hunde und Katzen – oder heisst es bloss anders?

 

Noch eine wichtige Bremse, nämlich das „Ich-bin-satt-Gefühl“, wird gezielt ausgetrickst, vor allem mit Glutamaten. Das sind gesundheitlich höchst bedenkliche Geschmacksver-stärker und Appetitanreger, die chemisch hergestellt und in unvorstellbaren Mengen beigemischt werden. So fressen unsere Tiere weit über ihr natürliches Bedürfnis hinaus, womit wir schon beim Uebergewicht und den vielen oft lebensbedrohlichen Folgekrank-heiten wären. Zuwenig vom Richtigen, zuviel vom Falschen - sie verhungern also buchstäblich am vollen Futternapf und werden dabei noch systematisch vergiftet. Ohne Aromen, Zucker, Glutamat und Farbstoffe (die z.T. ebenso gefährlich sind) würde den Tieren statt appetitlicher Häppchen in Gelee eine graue, stinkende Pappe vorgesetzt, vor der sie entsetzt zurückweichen würden. Und der Tierhalter auch.

 

Es ist lange noch nicht alles gesagt, auch nicht über die unglaublich brutalen Tierversuche in der Futterbranche, doch für uns reicht es nun langsam mit Schreckensnachrichten.

 

Als letztes nur noch  eine Ueberlegung: Hinter den noblen Kulissen der Futtermittel-konzerne tobt ein mörderischer Preiskrieg, die Konkurrenz schläft nicht. Wer sich vorstellt, was dort an gigantischen Kosten aufläuft für Transporte, Produktion, Verpackung, Fabrikhallen, Maschinen und Arbeitskräfte, weltumspannende Administration und Vermarktung durch edle Hochglanzwerbung bis hin zu den Verteilerwegen und dem Zwischenhandel, also für die ganze Infrastruktur, bevor so eine Futterration im Napf seines Tieres ankommt, der braucht bloss kurz zu rechnen, bis ihm klar wird, dass die Zutaten nur  ein minimaler Kostenfaktor in der ganzen Maschinerie sein können. 

Mir wird wind und weh, wenn ich vor mir eine Packung Katzenfutter zu 1200g, schön verteilt auf 12 einzelne Portionsbeutel zu je 100g, aufgereiht und verschweisst im stabilen Karton, zu drei Franken und ungerade übers Kassenband laufen sehe...

wohl bekomm's, armes Tier...

            

Teil II                                                                                                               B1

 B.A.R.F  =  Biologisch Artgerechte Roh-Fütterung für Hunde und Katzen                          

Der Körper entsteht aus Nahrung.

Gesundheit entsteht aus Nahrung.

Krankheit entsteht aus Nahrung.

(ayurvedische Weisheit)

 

Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.

Wir bekommen sie in die Wiege gelegt, unsere Tiere auch. Es gilt nur, sie zu erhalten.

Und das ist selbst beim heutigen Wirrwarr des Angebots so viel einfacher, als man denkt. Es wird ja nicht zu wenig angeboten, sondern zuviel. Wir brauchen nur auszuwählen, nämlich das, was der Körper wirklich braucht:

 

Hunde:   50-70% Fleisch und 30-50% Gemüse und Früchte

Katzen:  mind. 80% Fleisch und 20% Gemüse und Früchte

 

Die Zutaten sollen nicht totgekocht, sondern roh verfüttert werden. Die Katze kocht sich ihre Maus ebensowenig wie der Fuchs sein Hühnchen. Dass rohes Fleisch Hunde „scharf“ mache, ist erwiesenermassen ein Ammenmärchen.

 

 Einkaufen:

 Fleisch

Rind – Kalb – Lamm – Huhn (samt Haut!) – Ente – Rinds- oder Kalbsleber – Rinds- oder Kalbsherz, Pansen - Hühnerleber, Hühnerherz, Hühnermägen – Fisch   

  

Es ist möglichst auf frisches Biofleisch oder konventionelles Fleisch aus sicherer Herkunft zu achten, Schweinefleisch sollte vermieden werden. Achten Sie bitte auf Schweizer Fleisch, im Ausland ist vieles noch erlaubt, was hier verboten ist (z.B. Käfighaltung von Hühnern). Zudem ist es unsinnig, Fleisch aus Uebersee oder Osteuropa zu kaufen, das durch lange Transportwege bereits Unmengen an Benzin verbraucht hat. Seien Sie auch zurückhaltend mit Trutenfleisch; die Masttruten werden auf so viel Brustfleisch gezüchtet,  dass sie nur zu oft gar nicht mehr stehen können, weil sie vornüber fallen. Ebenso ist Kaninchenfleisch (vor allem aus Polen und Ungarn) bedenklich. Kaninchen zur Fleischgewinnung sind auch bei uns eine vom Gesetz völlig vernachlässigte Tierart und so unauffällig, dass kaum jemand von aussen sieht, wenn sie leiden. Beim Verzehr von Fleisch aus Qualhaltung nehmen wir die im Zellgedächtnis gespeicherte Angst- und Schmerzschwingung mit auf, und das wirkt sich auf der energetischen Ebene fatal aus. Auch deshalb ist von Billigfleisch dringend abzuraten.

 

Wenn Sie eine vertrauenswürdige Metzgerei kennen, fragen Sie nach frischen, rohen Fleischabschnitten und Knochen (Rind, Kalb, Lamm, Kalbsschwanz, Hühnerhälse). Lassen Sie die Knochen auf die geeignete Grösse zuschneiden. Achten Sie bei Mark-knochen darauf, dass der Unterkiefer Ihres Hundes nicht durch die Höhlung passt!!

Auch Pouletknochen dürfen gegeben werden – aber nicht gekocht! Sie splittern sonst beim Zerbeissen und können im Rachen und im Verdauungstrakt stecken bleiben.

Fisch                                                                                                                                  B2

Frischer oder ev. tiefgekühlter Fisch. Achten Sie auf grätenfreien Fisch (suchen Sie

noch von Hand sehr genau nach Gräten!!) mit dem MSC-Label für nachhaltige Fischerei. Die meisten Katzen mögen auch Crevetten sehr.

 

Gemüse und Früchte

Frisch und sehr reif, möglichst in Bioqualität, möglichst aus dem heimischen Angebot und nach Saison. Früchte und Gemüse vom Ausland werden meist unreif geerntet; die vollen Vitalstoffe werden aber erst durch den Reifeprozess gebildet.

 

Gemüse:                                        Früchte:

-         Rüebli                                       -   Aepfel

-         Sellerie                                     -   Bananen (nie mit Honig, Zähne!)

-         Kohlrabi                                    -   Birnen

-         Blumenkohl                               -   Erdbeeren

-         Broccoli                                     -   Himbeeren

-         Zucchetti                                    -   Brombeeren

-         alle Blattsalate                          -   Pfirsiche

-         Spinat                                         -   Nektarinen

-         Grünkohl                                     -   Mango

-         Rot-/Weisskohl                          -   Mirabellen

-         Tomaten (nicht grün)                 -   Papaya    

-         Gurken                                        -   etc.

-         Gartenkräuter                             -   keine Weintrauben!

-         keine Kartoffeln und Bohnen

(nur gekocht geniessbar)

-         keine Avocados (Fettgehalt)                                            

                                                  

Mögliche Oele

für die Versorgung mit  bestimmten Vitaminen, ungesättigten Fettsäuren und zur Resorption der fettlöslichen Vitamine im Futter:

-         Nachtkerzenöl (nur tropfenweise!)

-         Olivenöl

-         Lachsöl

-         Weizenkeimöl (hochwertig, nur wenig notwendig)

-         Rapsöl

-         Walnussöl

-         Leinöl

-         Kürbiskernöl

 

Von Zeit zu Zeit (Richtwerte, sollten nicht überschritten werden)

-         2-3x die Woche 1 kl. Prise unraffiniertes Meer- oder Steinsalz (kein Kochsalz)

-         1x wöchentlich ein rohes Eigelb (kein rohes Eiweiss, sehr schwer verdaulich!!!)

-         2-3x wöchentlich etwas sehr fein zermahlene Eierschale

-         Weizenkleie (Faserstoff, fördert die Darmperistaltik, kann öfter in kleinen Mengen gegeben werden, vorher in warmem Wasser einweichen!) 

-         2x wöchentlich Bierhefe (Pulver, Flocken oder Tabletten)

hält auch Flöhe und Zecken fern

-         2x wöchentlich, bei Mangel ev. kurweise, Meeres- oder Seealgen (Pulver od. Tabletten)

 

Zubereitung – keine Angst, es ist NICHT kompliziert!                              B3

 

Es gibt mittlerweile mehrere Bücher und Dutzende von Internetseiten zum Barfen. Ein paar Empfehlungen sind im Anhang aufgeführt. Wenn die Zubereitung einfach und einleuchtend erklärt ist, sind wir richtig. Sobald wir aber auf komplizierte Inhaltsstoff-Berechnungen, Feinwaagen und Milligrammtabellen stossen, sind wir im Grabenkrieg der Fanatiker gelandet.

Ein grosser Weiser sagte einmal:

Die wirklich wichtigen Dinge sind immer einfach.

Wir brauchen lediglich ein bisschen gesunden Menschenverstand dazu.

 

Finden Sie heraus, welches Fleisch, Gemüse und Obst Ihrem Tier schmeckt und bekommt. Es sollte das Futter gerne annehmen und gut darauf reagieren. Manche Gemüse und Früchte haben einen starken Eigengeruch und -geschmack, und weder die feine Nase des Tieres noch seine Geschmacksnerven können sich damit anfreunden. Quälen Sie sich nicht mit Ihrem Tier durch die Zutatenliste, sondern experimentieren Sie! Die Sache sollte Ihnen und Ihrem vierbeinigen Freund Spass machen, und Abwechslung ist sowieso oberstes Gebot, dadurch werden die Nährstoffbedürfnisse am sichersten abgedeckt. 

Manche Gemüse sind zwar hochwertige Nährstofflieferanten, haben aber blähende Eigenschaften (z.B. Kohlarten) und sollten eher zurückhaltend und anfangs besser gar nicht gegeben werden. Probieren Sie aus und lassen Sie Ihre Vernunft walten! Früchte brauchen nicht jedesmal untergemischt zu werden, wir mögen auch nicht immer süss...   

 

Fleischfresser in der Wildnis holen sich zuerst den vorgekauten Mageninhalt der Beutetiere (Pflanzenfresser), da sie die ganzen Pflanzen selbst nicht voll verwerten können. Katzen sind Fleischfresser, Hunde hauptsächlich Fleischfresser. Für uns heisst das, die pflanzlichen Anteile in der Rohfütterung sind sehr fein zu zerkleinern, damit sie vom Verdauungstrakt resorbiert werden können.

 

Umstellung auf Rohfütterung:

Ist ein sehr wichtiges Thema und wird gesondert für Hunde und Katzen weiter unten erläutert. Generell gilt: Die Umgewöhnung auf hochwertiges Futter mit natürlichen Inhaltsstoffen und hohem Fleischanteil bedingt eine veränderte Darmflora, die sich nur nach und nach ausbilden kann. Wird direkt umgestelt, ist der Verdauungsapparat überfordert, es kann zu starkem Durchfall mit Blähungen und Bauchschmerzen kommen.

Niemand kennt Ihr Tier so gut wie Sie. Beobachten Sie es vor allem während der Umstellungszeit sehr aufmerksam (Akzeptanz des neuen Futters; Verhalten, Ausscheidungen, Augen, Fell, Aktivität, Lebensfreude etc.)

 

Ausnahme: Wenn Sie Hunde- oder Katzenwelpen aufziehen, können Sie mit beginnender Entwöhnung von der Muttermilch direkt mit kleinen Rationen Rohfütterung einsetzen. Die Darmflora braucht sich dann lediglich an die natürliche Veränderung in der Nahrung anzupassen, das ist ohnehin so vorgesehen.

 

Achtung: Verzichten Sie auf Plastic-Näpfe (Weichspüler!)

Und: Kaufen Sie nicht unbesehen alle möglichen Gerätschaften und Futterzusätze ein, denn: Auch mit dem guten Willen von Barfern versuchen clevere Abreisser bereits  das grosse Geschäft zu machen!

Rohfütterung für Hunde:                                                                              H1

 

Der Wolf ist ein Beutejäger. Er frisst das Beutetier praktisch vollständig auf und bekommt damit sämtliche Nährstoffe geliefert. Das Blut des Beutetieres spielt dabei eine wichtige Rolle. Beim Bedarf an weiteren Nährstoffen oder bei Mangel an Beutetieren dienen auch  pflanzliche Teile als Futter wie z.B. Beeren, Fallobst, Wurzeln. Bei erhöhtem Mineralbedarf frisst er auch Erde. Die Ernährung unserer Haushunde sollte sich aus denselben Bestandteilen zusammensetzen.

   

Je nach Alter und Leistungsanforderung an einen Hund braucht er zwischen

50 und 70% Fleisch (Protein) wie weiter oben beschrieben. Hunde im Wachstum, trächtige oder säugende Hündinnen und Arbeitshunde brauchen einen höheren Anteil an Fleisch und natürlichen Zusatzstoffen und allgemein mehr Nahrung als ältere Tiere oder reine Begleithunde mit durchschnittlicher Aktivität.

Der übrige Anteil einer Futterration besteht aus Gemüse und Obst, also 30-50%, um die Nährstoffe aus den nicht fleischlichen Bestandteilen der Beutetiere zu ersetzen, vor allem die Kohlenhydrate. Seien Sie sehr zurückhaltend mit Getreide!

 

Als Faustregel kann gelten:

Nahrung pro Tag 3% des Körpergewichts, also für einen Hund mit 10kg ca. 300g.

Davon zwei Drittel Fleisch und fleischige Knochen, ein Drittel Gemüse-Obstbrei.

Wenn Sie weiche Knochen mit viel Fleisch daran separat geben, ziehen Sie den Teil von der Fleischration ab. Wenn Sie einen Teil Innereien wie Herz, Pansen oder Leber (Leber nur max. 150g pro Woche!!) untermischen, bitte von derselben Tierart wie das Fleisch (Geschmack!) Wenn Ihr Hund rohen Fisch mag, ersetzen Sie 1-2x pro Woche das Fleisch damit. Fisch enthält die hochwertigen ungesättigten Fettsäuren... und tut der Linie gut!

 

Das Fleisch braucht nicht so fein wie das Gemüse/Obst zerkleinert zu werden. Das ist nur dann nötig, wenn Ihr Hund sich die Fleischstücke heraussucht und den Rest übriglässt oder z.B. Probleme mit den Zähnen hat. Wenn Sie fertige Futterrationen vorbereiten und tiefkühlen wollen, frieren Sie Fleisch und zerkleinertes Gemüse/Obst separat ein, tauen Sie die Rationen langsam auf (nicht im heissen Wasser).

 

Verteilen Sie die Tagesration auf 2 Mahlzeiten, 1x morgens, 1x abends.

Zu jeder Ration je nach Grösse des Hundes 1 Teelöffel bis 1 Esslöffel Oel. Fett ist wichtig, macht aber im Beutetier den geringsten Anteil aus, ist z.T. schon im Fleisch vorhanden und braucht nicht in grossen Mengen zugeführt zu werden.

Zusätzlich: >Schauen Sie weiter oben unter „Von Zeit zu Zeit“ nach.

 

Bieten Sie das Futter immer angewärmt an, frische Beute ist auch warm! Vor dem Zufügen der Oele und anderen Zusätze einen Schuss heisses Wasser zugeben und gut mischen (Verbrennungsgefahr).

 

Nehmen Sie weg, was Ihr Hund nicht auf einmal frisst und geben Sie bei der nächsten  Mahlzeit entsprechend weniger. So finden Sie am schnellsten die richtige Menge heraus. 

 

WICHTIG: Bereiten Sie während der Umstellungszeit (mind. 1 Woche) nur kleine Portionen zu, mischen Sie zu Beginn nur einen Esslöffel davon unter das gewohnte

Futter und steigern Sie langsam, bis die ganze Ration aus Rohfutter besteht!

 

Uebergewicht                                                                                                                   H2

Als Faustregel gilt für kurzhaarige Hunde: Wenn sich das Tier bewegt, vor allem wenn

es sich zur Seite biegt, sollten die Rippen leicht abgezeichnet sein. Bei langhaarigen Hunden sollten die Rippen leicht ertastet werden können.

Die Lendenpartie direkt vor den Hüftknochen sollte die schmalste Partie des ganzen Rückens sein und auch bei grösseren Hunden bequem zwischen den Spitzen von Daumen und Mittelfinger Ihrer ausgestreckten Hand Platz finden.

Natürlich gibt es Richtwerte in kg, aber die sind meist zu hoch angesetzt, auch von Tierärzten. Auch hier gilt wieder, beobachten Sie Ihr Tier. Uebergewicht geht immer mit Krankheit einher, ein übergewichtiger Körper kann gar nicht gesund sein. Oder haben Sie schon jemals in einem Dokumentarfilm in freier Wildbahn ein übergewichtiges Tier gesehen?

 

Doch Uebertreiben ist auch nicht gut, ein Hund sollte natürlich nicht mager oder untergewichtig sein, vor allem bei älteren Tieren kann das auf eine Krankheit hinweisen.

Sehr sinnvoll ist es, Ihren Hund (vor allem bei Uebergewicht, aber auch sonst) gleichzeitig mit der Umstellung auf Rohfütterung mit einer homöopathischen Entgiftungskur zu unterstützen, denn Leber und Nieren müssen die angesammelten Giftstoffe ausscheiden und das bedeutet Hochleistung für diese Organe. Wenden Sie sich dafür an einen erfahrenen Tierheilpraktiker oder an eine homöopathische Tierarztpraxis Ihres Vertrauens. Pröbeln Sie mit Homöopathie nicht selber herum, man kann damit auch Schaden anrichten!!!  

 

Sie werden feststellen, dass Ihr Hund mit der Rohfütterung allfälliges Uebergewicht automatisch reduziert, weil sie artgerecht ist. D.h., sobald er mit allen Nährstoffen versorgt wird, hört das ständige Hungergefühl auf, das ja eigentlich nur durch den Mangel an  notwendigen Vitalstoffen verursacht wird. Schon nur dadurch erhöhen Sie die Lebensqualität Ihres Tieres ganz erheblich.

 

Absolut verboten sind Häppchen von unserem Tisch. Sie machen den Wert der Rohfütterung zunichte und gewöhnen den Hund zudem ans Betteln. Wenn Sie ihren Hund  nicht nur artgerecht ernähren, sondern auch artgerecht halten wollen, sollten Sie ihm sein Essen sogar erst nach Ihrer eigenen Mahlzeit geben. In der Natur geht auch der Leitwolf zuerst an die erlegte Beute, gleichzeitig darf nur seine Gefährtin fressen. Das macht Sinn, sie tragen die Hauptverantwortung für das gesunde Ueberleben des Rudels. Die übrigen Rudelmitglieder warten, bis sie an der Reihe sind. Das entspricht dem Instinkt auch unserer Hunde und gibt ihnen Sicherheit. 

 

Belohnungen (Gutteli, Leckerchen)

Unverdorbene Hunde sind leicht erziehbar. Doch eine sinnvolle Erziehung findet nicht  durch Gewalt und Bestrafung, sondern durch Belohnung statt. Ein Hund in der Erziehung sollte so lange augenblicklich für jeden noch so kleinen Lernschritt belohnt werden, bis das Gelernte für ihn selbstverständlich geworden ist. Ein Teil der Belohnung findet durch Worte und Gesten statt, aber das Leckerchen gehört auch dazu!

Nun können wir schlecht ein aufgetautes Päckchen Rohfutter in der Hosentasche mittragen, wenn es zum Spaziergang oder in die Hundeschule geht. Dazu eignen sich nur trockene Stückchen. Die richtige Grösse haben eigentlich nur getrocknete Hühnermägen, für kleine Hunde sind sogar die zu gross, weil sie ja nachher von der regulären Mahlzeit abgezogen werden müssen.

 

Nun die gute Nachricht: Es gibt nicht nur schwarze Schafe in der Futtelmittelbranche!    H3

Wir mussten zwar lange nach der Alternative suchen, doch wir haben sie gefunden und dazu ganz in der Nähe. Dazu möchte ich jedoch gleich sagen: Wir werden von der Herstellerfirma nicht gesponsert, sind also absolut unabhängig. Das ist wichtig, wir müssen unabhängig und kritisch bleiben, wenn wir uns nicht in den Reihen der mit Geld beeinflussten Verfechter eines Fertigfutterproduzenten wiederfinden wollen.

 

Das Futter heisst VET-CONCEPT, Herstellerfirma in Deutschland, seit ein paar Jahren eine Zweigstelle in Allschwil:  www.eisenhut-vet.ch  (Kataloge liegen auf, bitte nur für Hundehalter ohne Internetzugang). Dieses Fertigfutter wurde von Tierheilpraktikern und bewussten, unabhängigen, meist alternativen Tierärzten entwickelt und uns von sehr vertrauenswürdiger Seite empfohlen, auch unsere Erfahrungen damit sind wirklich gut.

Es darf sowohl von den Inhaltsstoffen als auch von der Verarbeitung her bedenkenlos gegeben werden, und die Akzeptanz ist auch ohne Lockmittel gut.

Das Trockenfutter gibt es für alle Hundegrössen, wir empfehlen als Belohnungshäppchen aber die für kleine Hunde - und immer nur eines! Ihr Hund weiss dann einfach, das habe ich richtig gemacht und freut sich über die Anerkennung.

 

Auf Reisen

gilt dieselbe Alternative. Manche reisen im Auto und haben vielleicht noch Platz für eine Styroporschachtel, die das vorbereitete Rohfutter eine Zeitlang gefroren hält, und am Ferienort findet sich ein Tiefkühlfach. Wenn nicht: Meist kann auch am Ferienort gutes Fleisch besorgt werden, man gibt dann einen Teil VET-CONCEPT zu, und sonst darf man es wirklich auch über ein paar Wochen bedenkenlos als Alleinfutter geben. Hunde trinken dann einfach mehr, nicht so wie Katzen. Und krank werden sie mit Sicherheit nicht, es ist hochwertig, auch wenn kein Fertigfutter die Rohfütterung ersetzen kann. Es muss immer bis zu einem gewissen Grad erhitzt und konserviert werden bei der Produktion.

 

Machen Sie deshalb bitte auch nicht den Fehler, Ihr Tier statt auf Rohfütterung einfach auf ein besseres Fertigfutter umzustellen! Damit rücken Sie wieder einen grossen Schritt weg von der Natur. Sie lässt sich nicht ersetzen, auch nicht vom besten Fertigfutter.

 

Kosten

Bewusste Tierhaltung verursacht immer Kosten und sollte fest im Budget eingeplant sein.

Schafft sich jemand ein Tier nur zur Abdeckung eigener Bedürfnisse an – eine Katze zum Kuscheln, ein Hund gegen die Einsamkeit – enden solche Geschichten meist tragisch und nur zu oft im Tierheim oder auf dem Euthanasietisch. Niemand sollte sich ein Tier halten, der ohnehin schon in finanzieller Not lebt.

Zur Rohfütterung ist zu sagen, dass sie in jedem Fall mehr Auslagen verursacht als ein Billigfutter aus der Dose. Die Frage ist, ob wir unser Geld in eine hochwertige Ernährung investieren und damit für unser Tier Gesundheit und Lebensfreude bis ins hohe Alter erreichen wollen – oder es stattdessen für den Tierarzt, mit allen Folgekosten und allem Leid für Tier und Halter, ausgeben.

Wenn wir uns umtun und bewusst einkaufen, fallen auf lange Sicht keine Mehrkosten an, im Gegenteil. Und: Wir gewinnen für uns und unsere vierbeinigen Freunde das Schönste für Mensch und Tier: eine lange gemeinsame Zeit voller Glück und ungetrübter Freude.

 

„Der Hund ist das einzige Wesen auf Erden, das dich mehr liebt als sich selbst.“

Josh Bittings

 

Rohfütterung für Katzen:                                                                             K1

                                                                          

Katzen sind wie ihre Vorfahren, die Raubkatzen, reine Fleischfresser. Was sie weiter benötigen, bekommen sie aus den nicht fleischlichen Bestandteilen der Beute: Haut, Haare, Knochen, Sehnen, Knorpel, Darm etc.

Sie jagen Mäuse, Vögel, Eichhörnchen, Eidechsen, Blindschleichen, Heuschrecken u.ä. Auch sie holen sich aus der Beute als Erstes den vorverdauten Mageninhalt der Pflanzenfresser.

Ihre Vorfahren leben meist in trockenen Gebieten, wo es nur wenige Wasserstellen gibt, und decken ihren Flüssigkeitsbedarf aus dem Fleisch und dem Blut der Beutetiere. Auch unsere Hauskatzen trinken wenig, wenn sie also ausschliesslich Trockenfutter bekommen, trinken sie nicht automatisch nach wie die Hunde. Sie haben dann zuwenig Flüssigkeit im Körper, und die Nierenschädigung kommt bereits in Gang.

Auch für die Rohfütterung gilt deshalb:iImmer einen Schuss heisses Wasser untermischen! Katzen lieben es, zu „läppeln“.

 

Als Richtlinie für Katzen kann gelten:

Nahrung pro Tag 3% des Körpergewichts, also für eine Katze mit 5kg ca. 150g.

 

Einkaufsliste und Zubereitung des Rohfutters für Katzen können im Wesentlichen vom Kapitel Hunde übernommen werden, ausser dass der Fleischanteil für Katzen mindestens 80% betragen soll und max. 20% Gemüse und Früchte.

Aeltere und wenig aktive Tiere haben naturgemäss einen geringeren Futterbedarf als trächtige, säugende Katzenmütter, Kätzchen im Wachstum und unsere Lieblinge im Flegelalter. 

Auch hier gilt wieder: Beobachten Sie Ihr Tier, finden Sie heraus, was ihm schmeckt und bekommt und wieviel davon. Für übergewichtige Katzen gilt dasselbe wie für Hunde.

 

Die Umstellung bereitet erfahrungsgemäss bei Katzen, die bisher Dosen- und Trocken-futter gewöhnt sind, wesentlich grössere Probleme als bei Hunden. Je älter die Katze, desto länger die Umgewöhnungszeit. Katzen sind viel mehr als Hunde die berühmten „Gewohnheitstiere“.

 

Wenn Ihre Katze Freigänger ist und selber jagt, loben Sie sie über alle Massen, wenn sie Mäuse oder Vögel u.a. nach Hause bringt! Sie nimmt Ihnen nämlich damit bereits einen Teil der Sorge ab. Eine ausgewachsene Katze, die sich selbst versorgt, kann aber am Tag bis zu 12 Mäuse vertilgen, und so viele werden es nicht sein. Sie müssen also zufüttern. Haben Sie eine reine  Wohnungskatze, sind Sie allein zuständig für ihre gesunde Ernährung.

 

Wichtigste Grundregeln:

 

Lassen Sie Ihrer Katze viel, viel Zeit  für die Umstellung.

Erhöhen Sie den Anteil Rohfütterung erst, wenn sie die anfänglich geringen Beimischungen zu ihrem gewohnten Futter akzeptiert hat.

 

Fangen Sie mit Fleisch an und mischen Sie erst später Obst/Gemüse unter. Probieren Sie aus, was Ihre Katze mit ein paar Stückchen zunächst kleingeschnittenem Hühner- oder Rindfleisch macht. Nimmt sie es gerne, sind Sie schon einen grossen Schritt weiter.

Wenn nicht, zerschneiden Sie das Fleisch sehr klein und mischen es wirklich                 K2                                              grammweise unter das gewohnte Futter.

Manchmal wird zu Beginn eher gekochtes Fleisch pur angenommen. Bieten Sie es erst durchgekocht an und verkürzen Sie die Kochzeit nach und nach so weit, bis es innen und zuletzt auch aussen roh angenommen wird.

 

Hat Ihre Katze bisher nur Trockenfutter bekommen und nimmt das rohe Fleisch nicht an,

mörsern Sie ihr Trockenfutter so fein wie Paniermehl, formen winzige Fleischkügelchen und „panieren“ sie im Trockenfutter.

 

Wenn Ihre Katze Crevetten heiss liebt, schneiden Sie ein paar ganz klein und mischen Sie unter das Rohfutter. Aber nicht zuviel – Crevetten sind gekocht und enthalten zudem raffiniertes Kochsalz.

 

Alles, was Ihre Katze liebt, kommt am Anfang als „Lockstoff“ in Frage (dabei sind auch mal kleine Sünden erlaubt): Fett, Joghurt, Quark, Rahm – keine Milch!!! -, Hüttenkäse, geriebener Käse (Parmesan ist beliebt), zermahlene Katzenleckerchen, Thunfisch, Hefeflocken, Katzenminze etc.

  

Für den Kalziumbedarf braucht es auch Knochen. Bieten Sie hrer Katze einen rohen Hühnerflügel an, das ist meist ziemlich interessant. Allerdings: nicht mehr als einen pro Tag! Auch in guter Haltung werden Mastküken geimpft und zwar unter dem Flügel. Damit würden wieder unerwünschte Stoffe aufgenommen.

Geben Sie Hühnerknochen nie gekocht!!! Sie splittern und können stecken bleiben.

 

Grössere Knochen als Hühnerflügel kann die Katze nicht zerbeissen, ihre Beute ist viel kleiner. Sie können Kalbsschwanz oder Knorpel kaufen, weich und klein genug, dass die Katze sie zerbeissen kann, ohne sich daran zu verletzen oder verschlucken.

 

Verweigert Ihre Katze auch weiche und kleine Knochen, geben Sie ihr wenig unraffiniertes Natursalz oder ein natürliches Kalziumpräparat übers Futter (keine Multi-Präparate! )

Es gibt auch Knochenmehl. 

 

Es gibt auch Blutmehl, vielleicht können Sie in Ihrer Metzgerei sogar frisches Blut bekommen (nicht vom Schwein). Probieren Sie aus, was Ihrer Katze schmeckt!

 

Für Katzen müssen meist Fleisch und Knochen zusammen mit dem Obst/Gemüse fein gemixt werden, da sonst die Fleischstückchen herausgesucht werden und der Rest liegen bleibt. Frieren Sie Fleisch und Obst/Gemüse trotzdem separat ein.

 

Weitere Zugaben: Schauen Sie weiter oben unter „Einkaufen“ nach. Taurin ist für Katzen lebenswichtig und muss über das Futter zugeführt werden, doch es ist im rohen Fleisch enthalten, und wenn Ihre Katze genug davon isst, muss es nicht zusätzlich beigegeben werden.

 

Lassen Sie das Trockenfutter nicht ständig stehen, sonst hat die Katze eine bequeme Ausweichmöglichkeit und wird sich nicht um die sorgsam zubereitete Rohnahrung

im Näpfchen nebenan kümmern!

Nehmen Sie nach einer halben Stunde das Nassfutter weg und stellen es zugedeckt     K3

in den Kühlschrank. Danach in einem sauberen Napf wieder mit wenig heissem Wasser anwärmen. Bieten Sie Nassfutter immer warm an!

 

Reden Sie mit den lieben Menschen in der Nachbarschaft, die Ihrem Freigänger soo gerne ein feines Häppchen zustecken. Vielleicht können Sie dabei jemanden für die Rohfütterung gewinnen und tun damit bereits etwas Gutes für andere Tiere!

Leider stellen auch viele Leute ungefragt Katzenfutter hinaus, dann machen die Katzen im Revier die Runde und verpflegen sich munter auswärts.

Da Einfluss zu nehmen, ist schwierig, denn sie gehen weit... jedoch:

Reden Sie darüber mit Ihrer Katze, Tiere verstehen so viel mehr, als wir meinen!

Wir erklären ihnen ganz allgemein viel zu wenig.

Wenn Sie es zeitlich richten können, gewöhnen Sie Ihre Katze an feste Essenszeiten.

Dann wird sie auch mal richtig hungrig, und das erleichtert die Umstellung. Aber:

Lassen Sie eine Katze nie länger als 18 Stunden hungern.  Auch nicht, wenn sie

das neue Futter verweigert. Nach dieser Zeit fängt die Leber an, den Körper zu vergiften!

Weitere hilfreiche Tipps zur Umstellung finden Sie unter www.savannahcat.de/futterumstellung

Wenn Sie keinen Internetzugang haben und niemanden kennen, bei dem Sie ins Internet

gelangen könnten, rufen Sie mich an.                                                                              

                                                                    

Wichtig:                                                      

Auch wenn Ihre Katze Ihnen einen Machtkampf liefert, der sich gewaschen hat: Geben Sie nie auf! Sie tut es nicht böswillig. Es gibt im Leben für das Erlernen grundsätzlicher Dinge die „latente Phase“, das ist die Zeit, wo in der natürlichen Entwicklung ein Lernprozess vorgesehen ist. „So schmeckt Essen“ wird nach der Entwöhnung von der Muttermilch gelernt. Diese Geschmacks- und Konsistenzerfahrungen werden zellulär gespeichert und prägen das ganze spätere Essverhalten!

 

Versuchen Sie es mit Geduld und Liebe immer und immer wieder, lassen Sie sich alles Erdenkliche einfallen, und halten Sie sich immer vor Augen:

Eine gut gehaltene und artgerecht  ernährte Katze kann problemlos 20 Jahre und älter werden, während die meisten Katzenhalter ihre mit Fertigfutter ernährte Katze im Schnitt im Alter zwischen 12 und 15 Jahren blutenden Herzens zur Euthanasie tragen. Wegen

Leber- und Nierenversagen. 

Von der vorausgehenden Leidensgeschichte für Tier und Halter wollen wir gar nicht reden.

 Wenn wir erst einmal selbst überzeugt sind vom Wert der Rohfütterung, gilt es also unsere Katze dafür zu gewinnen, denn:

 „Die Katze behält ihren freien Willen, auch wenn sie dich liebt,

und sie wird nichts für dich tun, was sie für unvernünftig hält.“

Théophile Gautier

 

-         www.terra-vet.net

 

-         www.dubarfst.de

 

-         www.transanimal.info

 

-         www.animal-vitality.ch

 

-         www.bio-hund.ch

 

-         www.bio-katz.ch

 

-         www.vet-concept.de

 

-         www.eisenhut-vet.ch

 

-         www.fostac.ch

  

-         Hans-Ulrich Grimm,  „Katzen würden Mäuse kaufen“ 

Schwarzbuch Tierfutter, Taschenbuch, ISBN 978-3-552-06049-4

 -         Katrin Koelle,  „Lebensmittel – Was ist drin?“

ISBN 3-8112-2854-4

 -         Bruce Lipton, Zellbiologe,  „Intelligente Zellen“, (als Buch und DVD)

 -         Turid Rugaas, „Die Beschwichtigungssignale der Hunde“

 ISBN 3-036188-7